SEPTEMBER 2026
Frieden ist nichts für Feiglinge
Liebe Leserinnen und Leser, wir melden uns zurück aus einer langen Sommerpause. Mit extremen Hitzewellen und langanhaltender Trockenheit präsentierte sich uns der Sommer 2026. Eines ist klar: Der Klimawandel lässt sich nicht mehr ignorieren. Die Radtouren mit meinem Ehemann, entlang des Rheins, der Nahe und dem Glan, zeigten Landschaftsbilder mit fast ausgetrockneten Flussbetten. Bilder, die wir sonst nur aus dem Süden Europas kennen.
Wie wird es weitergehen, angesichts der globalen Bedrohung durch Erderwärmung? Ressourcenknappheit, politische Fehlentscheidungen, Kriege, Elend und Katastrophen — sieht so unsere Zukunft aus?
Im Gespräch mit Nachbarn, Freunden und Kollegen, macht sich Ratlosigkeit breit: „Wir ziehen uns ins Private zurück, wir können sowieso nichts ändern und versuchen jeden Tag etwas Schönes zu machen“. Direkte zwischenmenschliche Beziehungen gewinnen wieder an Qualität. Gespräche und Zusammensein erfreuen Herz und Gemüt. Ein Schwätzchen mit dem Nachbarn über den Gartenzaun, gewinnt wieder an Bedeutung.
Sich aktiv für den Frieden und die Liebe durch unsere Kunst einzusetzen, hat mich zu der Erkenntnis geführt: „Frieden ist nichts für Feiglinge.“ Mit Anfeindungen und Unverständnis, selbst aus den eigenen Reihen, werden Menschen, die sich für den Frieden engagieren, konfrontiert.
Dennoch: In dieser Ausgabe kommen wieder wunderbare Künstlerinnen und Künstler zu Wort, die sich für den Frieden einsetzten: Annette Artus berichtet aus ihrem spannenden Leben als Musicaldarstellerin, Schauspielerin, Tänzerin und Sängerin. Sie verkörpert in dem Stück „Vision der Liebe“ von Rüdiger Heins, Hildegard von Bingen, deren Visionen aktueller denn je erscheinen: „… denn wo der Mensch Gott aus seinem Leben verbannt, verroht die Menschheit, versteppt die Erde…“ Helmut Gotschy, unser Autor des Monats, gibt uns tiefe Einblicke in seine Schaffenskraft als Krimiautor. In seinen spannenden Geschichten interagiert er mit aktuellen gesellschaftlichen Problemen, die zum Nachdenken anregen. Saskia Thurner, Künstlerin des Monats, zeigt mit ihrer Kunst, die schönen Seiten des Lebens. Voller Liebe, Wärme und Herzlichkeit, erzählt sie über ihre Berufung als Malerin. Katja Richter mahnt mit ihrer Kolumne weiter „gegen das Vergessen“ und trägt dazu bei, im Namen des Friedens und der Gerechtigkeit, die Erinnerung aufrecht zu erhalten. Helmut Blepp gibt uns in seiner Rubrik Literaturgeschichte(n) einen Einblick über „Drachen- und Hexenjagden“.
In der Sommerausgabe haben wir einen Kommentar der promovierten Germanistin und Menschenrechtlerin, Xu Pei, über Herta Müller, veröffentlicht; zu ihrem Kommentar erreichten uns einige Leserbriefe, die Sie in dieser Ausgabe lesen können. Unsere Stellungnahme als Redaktion ist folgende: In der eXperimenta dürfen auch kritische Stimmen zu Wort kommen. Für deren Inhalte sind die Autoren und Autorinnen selbst verantwortlich.
Ich wünsche Ihnen viel Freude und Inspiration beim Lesen und Stöbern in unserer Septemberausgabe der eXperimenta.
Ihre Gabriela Heins (Chefredakteurin)

Gabriela Heins, geboren am 08.04.1962 in Worms am Rhein. Examinierte Krankenschwester mit 46 Jahren Berufserfahrung. Ausgebildete Sopranistin, Stimm- und Atemtrainerin. Studium im Creative Writing am INKAS Institut. Freiberufliche Konzert-und Theatererfahrung.
Im Augenblick arbeite ich an einem Sachbuch, dass sich mit dem aktuellen Pflegenotstand beschäftigt. Musikalische- und literarische Auseinandersetzung mit dem Werk der Hildegard von Bingen. Sendeleitung und Moderation des experimenta Radiomagazins bei Radio Rheinwelle seit Januar 2024. Redakteurin der experimenta seit September 2025.
Mitbegründerin des Musik- und Theaterensembles „Voices Of The Big Bang“.
Gemeinsam mit meinem Ehemann, Rüdiger Heins, konzeptioniere ich szenisch-musikalische Lesungen und trete gemeinsam mit ihm bei Veranstaltungen und Buchmessen unter anderem, in Frankfurt, Mainz und Leipzig, auf.
Unterstützen Sie die experimenta!
Literatur, Kunst und Kultur sind in diesen Zeiten wesentliche Komponenten, um das innere Gleichgewicht aufrecht zu erhalten, damit die Lebensfreude nicht verloren geht.
SWR2 Interview mit Rüdiger Heins
Dass die experimenta einmal so erfolgreich sein würde, hatte sich Rüdiger Heins vor über 20 Jahren wohl nicht gedacht, als das Magazin mit gerade einmal 80 Abonnenten an den Start ging. Mittlerweile sind es mehr als 20.000, die sich regelmäßig monatlich dafür interessieren. Grund genug für „SWR2 am Samstagnachmittag“ mit dem Autor und Regisseur über diesen Erfolg zu sprechen. Carola Hornig hat sich mit Rüdiger Heins unterhalten, auf der folgenden Website gibt es das ganze Interview:
Die Sendung wurde am Samstag 16.4.2022 um 14:05 Uhr ausgestrahlt.

