MAI 2026

Titelbild: Jolly Kunjappu

Jolly Kunjappu

Frieden – ein großes Wort

In jungen Jahren war ich ein Idealist und überzeugt, dass wir Menschen mit unserer Vernunft den Weltfrieden erreichen können. Heute bin ich ein Realist mit Idealen geworden. Diese Ideale möchte ich nicht aufgeben.
Da ich kurz nach dem Zweiten Weltkrieg geboren und aufgewachsen bin, beschäftigte ich mich sehr mit der Frage, wie können Menschen so schreckliche Kriege führen?
Auch in meiner Familie gab es Opfer. Mein Onkel überlebte den Krieg und hat mir, als ich sieben Jahre alt war, ohne mich zu schonen über seine schrecklichen Kriegserlebnisse erzählt. Es waren schlimme Geschichten, die ich hier nicht wiedergeben möchte. Wir haben nur geweint und meine Frage war, wie können die Menschen so etwas Brutales tun und gleichzeitig an Gott glauben. Obwohl ich nicht wusste was Pazifismus ist, bin ich ein Pazifist geworden und bis jetzt auch gerne geblieben.
Ich wollte meinen Beitrag für den Weltfrieden leisten. Während meinen Reisen in mehr als 140 Ländern habe ich versucht, mit unterschiedlichen Menschen über dieses Thema zu sprechen. Egal in welchem Land, die Menschen haben immer irgendeinen Grund gehabt, persönlich oder kollektiv einen sogenannten Feind zu bekämpfen. Ich wurde immer frustrierter und merkte, dass ich sogar aggressiv wurde. Es hat mir nicht gut getan. Ich verlor dabei meine Lebensfreude.
Ich war froh, dass ich mir, in diesen Situationen, die Frage gestellt habe, was bedeutet für mich Frieden? Wie kann ich Weltfrieden erreichen wenn ich selbst keinen Frieden in mir gefunden habe?
So hat meine Reise nach innen begonnen.
Ich habe mich besonnen und mit mir selbst und der Außenwelt Frieden geschlossen und dadurch meinen Frieden erreicht. Meine Ausstrahlung hat sich dadurch verändert. Diese Nachricht möchte ich mit diesem Bild ausdrücken. Die kleinen Peace-Zeichen sind Samen, die auf die Erde fallen und etwas Neues Grünes zum Wachsen und Gedeihen bringen. Die zwei Zweige in der Mitte oben kommen zusammen und haben Frieden geschlossen. Die Zweige oben bilden den Buchstaben „W“ für Weltfrieden. Das Bild soll die Menschen für den Frieden inspirieren.
Weltfrieden ist eine Vision. Es lohnt sich, dafür etwas zu tun und dadurch eine bessere Zukunft zu erreichen. Es ist für mich eine Vision mit einer Mission.

Jolly Kunjappu
© Philipp Bachhuber

Jolly Kunjappu. Geboren 1950 in Madras (Chennai), Indien. Kam 1970 nach West-Deutschland. Lebt heute in München und Berlin. Seine Begeisterung für Musik und Komposition, insbesondere für Ballett und Performance, führte ihn ab 1972 an die Bayerische Staatsoper in München, an das Stadttheater nach Essen sowie in die USA, nach Miami.
Ausgezeichnet wurde er als Gastmusiker für ein Album der Rolling Stones, „It’s only rock ’n’ roll“. Gleichzeitig entstanden erste Gemälde, die in Deutschland, Österreich, Frankreich und auf Korsika ausgestellt wurden. Das Berliner Mauer-Bild „Dancing To Freedom“ steht – wie alle Bilder der Berlin Wall East Side Gallery – unter Denkmalschutz. Seine Bücher „Frage eine Antwort“ und „Sei anders – sei Du selbst“ wurden viel beachtet.
Eine weitere berufliche Facette stellt Jolly Kunjappus Tätigkeit als Programm-Designer und Repräsentant des ersten deutschen Kabel-Fernsehens in Berlin dar. Als Performer (Lesungen mit Musik), Vortragsredner und „key-note-speaker“ war er für internationale Unternehmen tätig: ausgedehnte Reisen in über 130 Länder der Erde dienten und dienen dem Künstler nicht nur zur Inspiration bezüglich seines Interesses an der Natur, der Liebe zu Menschen und deren kulturellen Besonderheiten, sondern stellen eine unerschöpfliche Quelle der gedanklichen und sinnlichen Bereicherung dar.

Jugendredaktion bei der eXperimenta

2025 wird die eXperimenta – Das Magazin für Literatur, Kunst und Gesellschaft – „25 Jahre.“ Grund genug, sich für Nachfolger:innen umzusehen. Wir gründen eine eXperimenta-Jugendredaktion, die online einmal im Monat eine Redaktionskonferenz hat. Zwei Mal im Jahr finden auch Redaktionskonferenzen in der Niedermühle bei Odernheim statt. Jugendliche ab 12 Jahren, die Freude und Interesse am Umgang mit Sprache haben, sind herzlich dazu eingeladen, bei der eXperimenta-Jugendredaktion teilzunehmen.

Die Redakteur:innen werden in das Handwerkszeug des journalistischen Schreibens von Reportagen, Beiträgen, Features und Interviews eingeführt. Das Erlernen der Techniken von Kamera- und Mikrophon Technik gehören ebenfalls zu den Lernmodulen der Jugendredaktion.

Interessent:innen können sich bei Rüdiger Heins, dem Herausgeber der eXperimenta, melden:
Telefon 06743 – 909 11 48 oder redaktion@experimenta.de

Trailer von Michael Braun auf dem Youtube-Kanal von Rüdiger Heins. Beim Klick auf den Play-Button öffnet sich Youtube in einem neuen Tab. (möglicherweise vorher Drittanbieter-Werbung … )

Unterstützen Sie die experimenta!

Literatur, Kunst und Kultur sind in diesen Zeiten wesentliche Komponenten, um das innere Gleichgewicht aufrecht zu erhalten, damit die Lebensfreude nicht verloren geht.

SWR2 Interview mit Rüdiger Heins

Dass die experimenta einmal so erfolgreich sein würde, hatte sich Rüdiger Heins vor über 20 Jahren wohl nicht gedacht, als das Magazin mit gerade einmal 80 Abonnenten an den Start ging. Mittlerweile sind es mehr als 20.000, die sich regelmäßig monatlich dafür interessieren. Grund genug für „SWR2 am Samstagnachmittag“ mit dem Autor und Regisseur über diesen Erfolg zu sprechen. Carola Hornig hat sich mit Rüdiger Heins unterhalten, auf der folgenden Website gibt es das ganze Interview:

„SWR2 am Samstagnachmittag“

Die Sendung wurde am Samstag 16.4.2022 um 14:05 Uhr ausgestrahlt.