JUNI 2026
Liebe Leserinnen und Leser,
Neoliberalismus hat endlich einen Namen: Friedrich Merz. Unermüdlich ist er gemeinsam mit seinem Koalitionspartner Lars Klingbeil darum bemüht, der AfD den Boden für die nächste Bundesregierung zu bereiten. Gewöhnen Sie sich an den Gedanken, dass die Mehrheit der Wählerinnen und Wähler in unserem Land diesen Schritt mit ihrer Stimmabgabe vollziehen werden. Die Umfragewerte der Meinungsinstitute sind alarmierend: Demnach würde die AfD nach den Hochrechnungen, mit annähernd 30% der Wählerstimmen die Bundeskanzlerin, vermutlich Dr. Alice Weidel, stellen.
Die Gründe für diesen fundamentalen Gesinnungswandel in unserer Gesellschaft sind offensichtlich: Radikaler Abbau des Sozialsystems, dramatische Veränderungen im Gesundheits-, Bildungs- und Erziehungswesen. Im Klartext: Die Renten sind gefährdet, Krankenhäuser schließen, das Gesundheitssystem ist am Anschlag, Lebenserhaltungs- und Energiekosten sind nicht mehr bezahlbar, Mieten steigen ins Unermessliche, der Bildungsstand junger Menschen sinkt besorgniserregend und für Kunst und Kultur sind keine Mittel mehr vorhanden. Das Straßennetz verdient die Bezeichnung „Marode“. Ach ja, die Deutsche Bundesbahn: Fährt sie noch?
Sie haben es schon seit geraumer Zeit bemerkt, in diesem Land stimmt etwas nicht. Während Milliarden von Euro an Steuergeldern in Rüstung und Kriege versenkt werden, fordert Merz uns auf „länger und mehr“ zu arbeiten, um die Löcher im Bundeshaushalt zu stopfen. Das Rentenalter soll zeitnah auf 70 Jahre angehoben werden. Geht´s noch?
Hier ein paar Tipps für die Regierenden, wie es möglich ist, das Haushaltsloch und das Loch in der Rentenkasse zu stopfen:
• Erhöhung der Einkommenssteuer
• Wiedereinführung der Vermögenssteuer
• höhere Unternehmenssteuern
• Reform der Erbschaftssteuer
• Beamten zahlen zukünftig in die Rentenkassen ein, (da ihre Pensionen bisher von unseren Steuergeldern bezahlt werden)
• Senkung der Abgeordneten-Diäten von 12.330,48 Euro auf 5.000 Euro pro Monat
Das wären bereits einige notwendige Maßnahmen um die Haushaltskasse des Bundes zu sanieren.
Und dennoch!
Lassen wir uns nicht verunsichern. Es nützt ja nichts den Kopf in den Sand zu stecken und zu sagen: „Wir können eh nichts ändern“.
Insbesondere uns Künstlern, stehen wunderbare Mittel zur Verfügung, um Aufmerksamkeit zu erzeugen. Also lasst uns weiter machen.
Hier in der eXperimenta zeigen sich Monat für Monat mutige Künstlerinnen und Künstler, mit Wort und Bild. In unseren Radiosendungen, bei Radio Rheinwelle und Radio Darmstadt, sprechen wir über aktuelle Themen, die Literatur, Kunst und Gesellschaft betreffen. Zusammenhalt unter uns Künstlern ist jetzt gefragt. Lasst uns Lesungen, Konzerte, Ausstellungen und Crossoverevents organisieren und uns gegenseitig dazu einladen.
Wir gehen mit gutem Beispiel voran und laden zur eXperimenta-Ausstellung im Kurabi in Bingen ein. Dort stellen Künstlerinnen und Künstler unter dem Motto „PEACE“ ihre Werke aus. Außerdem finden Konzerte und Lesungen im Rahmen der Ausstellung statt.
In diesem Sinne: wir lassen uns nicht entmutigen!
Mit herzlichen Grüßen
Ihre Gabriela Heins (Chefredakteurin)

Gabriela Heins, geboren am 08.04.1962 in Worms am Rhein. Examinierte Krankenschwester mit 46 Jahren Berufserfahrung. Ausgebildete Sopranistin, Stimm- und Atemtrainerin. Studium im Creative Writing am INKAS Institut. Freiberufliche Konzert-und Theatererfahrung.
Im Augenblick arbeite ich an einem Sachbuch, dass sich mit dem aktuellen Pflegenotstand beschäftigt. Musikalische- und literarische Auseinandersetzung mit dem Werk der Hildegard von Bingen. Sendeleitung und Moderation des experimenta Radiomagazins bei Radio Rheinwelle seit Januar 2024. Redakteurin der experimenta seit September 2025.
Mitbegründerin des Musik- und Theaterensembles „Voices Of The Big Bang“.
Gemeinsam mit meinem Ehemann, Rüdiger Heins, konzeptioniere ich szenisch-musikalische Lesungen und trete gemeinsam mit ihm bei Veranstaltungen und Buchmessen unter anderem, in Frankfurt, Mainz und Leipzig, auf.
Unterstützen Sie die experimenta!
Literatur, Kunst und Kultur sind in diesen Zeiten wesentliche Komponenten, um das innere Gleichgewicht aufrecht zu erhalten, damit die Lebensfreude nicht verloren geht.
SWR2 Interview mit Rüdiger Heins
Dass die experimenta einmal so erfolgreich sein würde, hatte sich Rüdiger Heins vor über 20 Jahren wohl nicht gedacht, als das Magazin mit gerade einmal 80 Abonnenten an den Start ging. Mittlerweile sind es mehr als 20.000, die sich regelmäßig monatlich dafür interessieren. Grund genug für „SWR2 am Samstagnachmittag“ mit dem Autor und Regisseur über diesen Erfolg zu sprechen. Carola Hornig hat sich mit Rüdiger Heins unterhalten, auf der folgenden Website gibt es das ganze Interview:
Die Sendung wurde am Samstag 16.4.2022 um 14:05 Uhr ausgestrahlt.

