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DEZEMBER 2016: ScheinHeilig

Titelbild der eXperimenta von Dezember 2016

Bereits der erste Gedanke, den ich mit dem Begriff Scheinheilig verbinde, ist negativ besetzt. Ich vermute mal, dass ich mit dieser Einschätzung nicht alleine bin, denn sonst würde die Verwendung des Wortes „Scheinheilig“ keine übereinstimmenden Assoziationen auslösen. Dabei erzeugen diese beiden Worte, wenn sie für sich alleine stehen eher eine positive Wirkung: der Schein und das Heilige ergeben auch einen Heiligenschein. Das klingt schon besser oder sollte ich sagen, spiritueller?

Die Worte selbst sind eigentlich unschuldig. Es sind die Interpretationen, die wir in Begrifflichkeiten hineindeuten, um unser selbsterschaffenes Weltbild immer wieder zu bestätigen.

So zum Beispiel unser Demokratieverständnis, das in den letzten Wochen und Monaten immer wieder ins Wanken geraten ist. Es gibt kein Zweiklassenwahlystem, das zwischen guten und bösen Wählern unterscheidet. Eine funktionierende Demokratie hält auch andersdenkende Menschen aus. Unsere gegenwärtige Politik hat sich selbst in diese Situation hineinmanövriert, indem sie sich von den Sorgen und Ängsten der Bevölkerung entfernt hat. Die Politikerkaste lebt in einem Vakuum, in dem es sich gut leben lässt. Dass die Menschen da draußen aufbegehren, ist ihr gutes Recht. Sie machen von ihrem demokratischen Stimmrecht Gebrauch. Wer das anzweifelt, der könnte Scheinheilig oder besser noch Scheindemokratisch sein. Lassen sie sich überraschen, wie unsere eXperimenta Autorinnen und Autoren dieses Thema literarisch umgesetzt haben.

Willkommen im Advent

Ihr Rüdiger Heins
Herausgeber

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Doppelseiten-Ausgabe / Ausgabe im Einzelseiten-Format

Warum zwei unterschiedliche Ausgaben?

• Die Einzelseiten-Ausgabe eignet sich zum Drucken auf Papier im Format DIN-A4 und zum Zusammenbasteln, zum Blättern.

• Die Doppelseiten-Ausgabe zeigt – quasi »ungeschnitten und am Stück« – die Schönheit der Fotografien bzw. Illustrationen der mitwirkenden Künstler.
Die Doppelseiten-Ausgabe ermöglicht uns, diesen Fotos und Illustrationen den Raum zu geben, den sie benötigen und verdienen. Allerdings bräuchte es für einen adäquaten Ausdruck einen Drucker für das Format DIN-A3, den wohl die wenigsten zu Hause im Einsatz haben dürften. Druckt man die DS-Ausgabe auf DIN-A4 aus, wird jede Seite auf dieses Format minimiert und eingepasst. Zum Lesen ist dann allerdings eine Lupe nötig …

Eine Bitte der eXperimenta Herausgeber

Im Augenblick arbeiten sechs Redakteurinnen und Redakteure sowie Korrespondenten jeden Monat unentgeltlich an der redaktionellen Herstellung der eXperimenta.

Außerdem haben wir einen hervorragenden Grafiker mit Hans-Jürgen Buch finden können, der unserem Magazin sein künstlerisch beachtenswertes Aussehen gegeben hat.
Unser Webmaster Christoph Spanier sorgt dafür, dass Sie die eXperimenta rechtzeitig abrufen können.

Deswegen bitten wir darum, dass Sie von der Möglichkeit eines Solidaritäts-Abos Gebrauch machen: Sie überweisen dafür einfach einmal im Jahr 24 €. Gerne können Sie auch mehr spenden.

Natürlich können Sie auch weiterhin die eXperimenta kostenlos abrufen, auch ohne Solidaritätsabo.

Wir rechnen mit Ihrer Solidarität und hoffen auf Ihre Spende!

Parallel dazu wollen wir den Anzeigenbereich ausbauen. Gerne nehmen wir Ihre Anzeige in unser Magazin auf. Auf Anfrage senden wir Ihnen eine Preisliste zu.

Die eXperimenta hat mehr als 18.000 Adressat(inn)en in der ganzen Welt. Außerdem sind wir auf vielen Internetportalen vertreten. Zu unseren Adressaten gehören auch Verlage, Sendeanstalten für Radio und Fernsehen sowie Redaktionen von Zeitungen und Zeitschriften.

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Vielen Dank, Ihre eXperimenta Redaktion!

Sonderausgabe: KURSK

Titelbild der eXperimenta-Sonderausgabe KURSK

1. Kurskistisches Manifest

Timo Krstin

verlesen am 5. Februar 2015, dem 99. Geburtstag von Dada, im Cabaret Voltaire

Die Kursk ist der Versuch, dem herrschenden Diskurs ein Wort entgegen zu setzen, das in seiner Reinheit und Klarheit auf eine höhere Sprache verweist und vielleicht einen Ausweg bietet aus der Verstrickung der Sprache selbst in den herrschenden Diskurs, das Wort die Kursk, oder Kursk, oder Kuss und so weiter.

Die Kursk ist ein Wort, das sich erhebt aus der zeitgenössischen Sprache, die heute weniger denn je in der Lage zu sein scheint, sich aus den Fesseln des tagespolitischen Geschwätzes zu lösen, das Sprache reduziert auf mediale Kommunikation. Trotz ihrer kraftlosen Banalität (denn Sprache selbst als der Mensch in seinem Netz spielt in ihr keine Rolle), trägt das tagespolitische Geschwätz auf unseren Bühnen und in unseren Texten das Versprechen einer höheren Authentizität vor sich her wie das Parlament sein Volk, als Entschuldigung.

Die Kursk ist ein Wort auf dem Weg zu einer Sprache, die sich selber wieder ernst nimmt als das, was sie ist, als Sprache und nicht als Vehikel. Die Kursk ist nicht wahrheitsfähig und auf keine erdenkliche Weise individuell, sie ist die Sprache jenseits einer Sprache, die sich selber nur gerechtfertigt sieht, wenn jemand zu ihr sagt: »Du sprichst Wahrhaftes aus.« Die Kursk hat keinen Bezug zum Ich. Die Kursk hat keinen Bezug zur Tagespolitik. Die Kursk ist kein Vehikel.

Download als Einzelseiten-Ausgabe

Download der Doppelseiten-Ausgabe

Sonderausgabe

mit einem Essay von Prof. Dr. Mario Andreotti

Titelbild der eXperimenta-Sonderausgabe

In seinem Essay »Wenn ein Gespräch über Bäume wieder möglich wird« gelingt es Prof. Dr. Mario Andreotti mit ausgesuchten Beispielen aus der Weltliteratur, dem Leser die Essenz literarischer Entfaltungsmöglichkeiten, wissenschaftlich abgeleitet, zu entschlüsseln.

Er beschreibt genau einen interaktiven Vorgang in seiner literarischen Entfaltung, auf den der Glücksforscher Milhaly Csikszentmihalyi hingewiesen hat: Die bewusste Benutzung von Worten bereichere unser Leben, ist dieser überzeugt. Unsere traditionelle Form des Erzählens, das »gesprochene Wort«, hat für ihn einen besonderen Unterhaltungswert, der das Wohlbefinden hebt. Die verbale Kommunikation, bei der interaktiv Worte sich zu wertvollen Informationen verdichten, ist für Csikszentmihalyi im Grunde genommen Hauptzweck einer Unterhaltung.

Download der Sonderausgabe WENN EIN GESPRÄCH ÜBER BÄUME WIEDER MÖGLICH WIRD